Wither (Chemical Garden Trilogy, #1) von Lauren DeStefano

  • Gebundene Ausgabe:368 Seiten (englisch); 400 Seiten (deutsch)
  • Taschenbuch: 384 Seiten (englisch)
  • Verlag: Simon & Schuster Books for Young Readers; cbt
  • ISBN (gebundene Ausgabe): 978-1442409057; 978-3570161289
  • Preis (gebundene Ausgabe): 11,95€; 16,99€
  • Kindle-Edition: 5,75€

Nordamerika in der Zukunft. Durch Gentechnik sollten perfekte Menschen geschaffen werden. Doch das Genexperiment gelang nur in der ersten Generation. In allen folgenden Generationen sterben Mädchen mit 20, Jungen mit 25 Jahren. In dieser Welt sind Mädchen begehrt. Sie werden von wohlhabenden Familien entführt und in polygame Ehen mit den Söhnen gezwungen, um Kinder zu gebären. Auch Rhine gehört zu diesen Mädchen. Nach ihrer Entführung lebt sie in der Villa ihres neuen Ehemannes Linden. Eine ganz neue Welt erlebt sie hier, voll Luxus und “Sicherheit”. Aber Rhine will zurück zu ihrem Zwillingsbruder. Doch die Flucht fällt ihr nicht so leicht wie sie gedacht hatte. Es fällt ihr schwer ihre Schwesterfrauen zurückzulassen, auch um Linden macht sie sich Gedanken und Lindens Vater, ein skrupelloser Arzt, der alles daran setzt, ein Heilmittel für seinen Sohn zu finden, würde Rhine eher umbringen als dass sie seinen Sohn verlässt.

Ich muss gestehen, ich brauchte meine Zeit, um mich mit Wither anzufreunden. Zu Beginn des Romans werden wir in die Welt eingeführt, in der die Geschichte spielt. Für mich ist das der wichtigste und interessanteste Teil eines postapokalyptischen oder dystopischen Romans. Die postapokalyptische/dystopische Welt muss genau durchdacht und auch auf den zweiten Blick plausibel sein. Mir macht es Spaß darüber nachzudenken, ob diese Welt eine wahrscheinliche oder in sich stimmig ist. Die Welt in Wither, muss ich sagen, hat einige Schwachstellen. Für mich bleiben zu viele Fragen unbeantwort. Zum Beispiel: Warum ist Nordamerika der einzige Kontinent, der nicht von Ozeanen überspült ist, wenn doch Teile des Landes unterhalb des Meeresspiegels liegen, während andere Länder, die überspült sind, darüber liegen? Woher kommt das unterschiedliche Sterbealter bei Männern und Frauen? Warum sollten Menschen, die wissen, dass sie mit 20 bzw. 25 Jahren sterben werden, den Wunsch haben, Kinder zu bekommen, die dann als Waisen aufwachsen müssten? Warum werden Kinder nicht weiterhin künstlich gezeugt wie die erste Generation, wenn man weiß, dass natürlich gezeugte Kinder nicht überleben werden?

Wenn man aber von der Konstruktion der Welt absieht - und dass fällt leichter, sobald in der Villa der Alltag eingekehrt ist - ist Wither eine Geschichte, die man gut lesen kann und die einen leicht in ihren Bann zieht. Vor allem ist sie angenehm erzählt, in einem eher ruhigen Tempo, mit wunderschönen Bildern. Am interessantesten finde ich die Beziehung zwischen den drei Schwesterfrauen Rhine, Jenna und Cecily, die alle so unterschiedliche Charaktere sind. Jenna mag ich am liebsten. In ihr steckt viel mehr als sie am Anfang von sich preisgibt. Es war schön zu sehen, dass Rhine und Cecily entdecken, dass sich hinter ihrer ruhigen, Linden gegenüber abweisenden Fassade viel mehr verbirgt. Auch Cecily ist eine interessante Figur. Sie ist so ganz anders als Jenna und Rhine, weil sie als einzige das Leben als Lindens Ehefrau und Mutter seiner Kinder will. Und Rhine… mein Verhältnis zu Rhine ist ein bisschen zwiespältig. Grundsätzlich ist sie eine sympathische Figur. Sie macht sich viele Geadanken über ihre Situation, ihre Mitmenschen und ihre Fluchtmöglichkeiten. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass auf diese Gedanken selten die entsprechenden Taten folgen. Zum Beispiel hätte sie viel mehr tun können, um ihren Bruder wissen zu lassen, dass sie noch lebt.

Alles in allem finde ich Wither in Ordnung. Zwar gibt es einige Schwächen in der Konstruktion der postapokalyptischen/dystopischen Welt (irgendwie ist es in Wither beides). Aber mir gefallen die interessante Beziehung zwischen den Schwesterfrauen und die schöne Sprache des Buches. Ich bin gespannt auf Fever, den zweiten Teil der Trilogie, und hoffe, dass wir dort noch mehr über die Welt erfahren werden.

P.S.: Guckt euch mal das schöne Cover an! Schade, dass ich das Buch nur als eBook habe.


  1. buecherplanet hat diesen Eintrag von tintenfaesschen gerebloggt
  2. von tintenfaesschen gepostet