Pure von Julianna Baggott

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten (deutsch) / 448 Seiten (englisch)
  • Verlag: Bastei Lübbe / Headline
  • ISBN: 9783833901133 / 9780755385485
  • Preis: 16,99€ / 17,50€
  • Kindle-Edition: 12,99€ / 5,49€

Vor neun Jahren fielen mysteriöse Atombomben vom Himmel und zerstörten die Welt. Nur wer sich zum Zeitpunkt der Explosionen in der Kuppel befand, blieb unversehrt. Alle anderen starben oder wurden auf grausame Art entstellt und/oder mit ihrer Umwelt verschmolzen. Außerhalb der Kuppel ist es seitdem elend, es geht einzig ums Überleben. So auch bei Pressia. Sie weiß nicht wie sie sich und ihren Großvater versorgen soll, erst Recht nicht als sie an ihrem 16. Geburtstag auf der Liste derjenigen erscheint, die von der Militärorganisation OSR eingezogen werden, und vor der sie sich nun verstecken muss.               Obwohl gesund, sicher und privilegiert in der Kuppel, ist auch Partridge nicht glücklich. Seine Mutter kam bei dem Bombenangriff um als sie versuchte, mehr Menschen in der Kuppel in Sicherheit zu bringen, sein Bruder ist ebenfalls tot und zu seinem Vater hat er ein schlechtes Verhältnis. Durch eine Äußerung seines Vaters lässt jedoch Zweifel in ihm aufkommen, ob seine Mutter tatsächlich in den Explosionen starb. Er beschließt, aus der Sicherheit der Kuppel zu fliehen und sich auf die Suche nach ihr zu machen.

Julianna Baggott hat eine eindrückliche postapokalyptische Welt erschaffen. Sie ist düster und kalt. Die detaillierten Beschreibungen von den Mutationen und Verschmelzungen machen vor allem die Welt außerhalb der Kuppel erschreckend real. Die Sprache nimmt die Atmosphäre dieser Welt auf. Wie es für die Menschen außerhalb der Kuppel nur ums Nötigste, ums Überleben geht und das Leben innerhalb der Kuppel von steriler Distanz geprägt ist, ist auch die Sprache in Pure distanziert und kaum emotional. Während das auf der einen Seite völlig passend für die Geschichte war, hatte ich doch an einigen Stellen meine Probleme damit. Vor allem in Bezug auf die Figuren. Die Figuren werden zwar inhaltlich alle facettenreich dargestellt (dazu trägt auch bei, dass die Kapitel abwechselnd von den verschiedenen Charakteren erzählt werden). Auf dieser Ebene konnte ich sie mit ihren Gefühlen und Motiven auch verstehen. Doch durch die Art der Beschreibung blieben sie mir trotzdem seltsam fern.                Erwähnt werden sollte noch, dass es sich bei Pure (natürlich) um den Auftakt einer Trilogie handelt. Ich frage mich, ob das eine gute Entscheidung war. Schon dieser erste Teil hatte seine Längen und ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob Spannung und Interesse bei mir über zwei weitere Bände aufrechterhalten werden können.

Pure hat mich mit zwiegespaltenen Gefühlen zurückgelassen. Die distanzierte Sprache war nicht ganz mein Fall, insgesamt hat mich Pure aber mit seiner Stimmigkeit beeindruckt. Die postapokalyptische Welt, Atmosphäre, Sprache und Figuren entsprechen sich auf herausragende Weise. Deshalb kann ich allen, die etwas mit postapokalyptischer/dystopischer Literatur anfangen können, empfehlen, Pure eine Chance zu geben.