The Hundred and One Dalmatians von Dodie Smith

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Mit der Handlung von The Hundred and One Dalmatians sind wohl dank des Disney-Films die meisten vertraut. Für alle anderen fasse ich sie trotzdem noch einmal kurz zusammen. Pongo und Missis sind ein glückliches Dalmatiner-Ehepaar, das in London bei dem Menschen-Ehepaar Dearly lebt und sich darauf freut, zum ersten Mal Eltern zu werden. Bei allen ist die Freude groß als die fünfzehn Welpen endlich auf der Welt sind. Und genauso groß ist der Schock als sie auf einmal verschwinden, entführt von Cruella de Vil, die einen Pelzmantel aus dem Fell der kleinen Dalmatiner machen will. Pongo und Missis machen sich nun auf den abenteuerlichen Weg, ihre Kinder zu retten.

Im Großen und Ganzen sind sich Buch und Film recht ähnlich. Natürlich enthält das Buch mehr Details und einige Episoden, die im Film nicht vorkommen, aber der Kern der Handlung ist gleich. Der größte Unterschied ist, dass im Buch nicht Pongo und Perdita verheiratet sind, sondern Pongo und Missis. Perdita ist ein anderer Dalmatiner, der seine Familie verloren hat. Mrs Dearly liest sie auf der Straße auf und bringt sie mit nach Hause, wo sie Missis als Amme hilft, die Welpen zu säugen.

Bis letztes Jahr war mir gar nicht bewusst, dass 101 Dalmatiner auf einem Buch beruht. Eine absolute Schande, denn das Buch ist fantastisch. Es ist so süß!

Dodie Smith ist eine wundervolle Erzählerin. Die ganze Zeit über ist die Erzählstimme präsent, sie beschreibt viel und führt durch die Handlung. Ihre Art, zu erzählen, ist dabei genauso charmant wie die kleinen Episoden, aus denen sich die Handlung zusammensetzt. Die ganze Geschichte erwacht durch die anschaulichen Beschreibungen zum Leben. Dodie Smith verwendet viel Aufmerksamkeit auf Details, die im Grunde für die Handlung irrelevant sind, aber doch so viel zur Geschichte als Ganzes beitragen. Sie zaubern dem Leser ein Lächeln aufs Gesicht und verleihen der Geschichte ihren Charme.

Die Charaktere sind ebenfalls absolut bezaubernd und liebenswert. Alle Charaktere, ob Tier oder Mensch, gut oder böse, haben Eigenschaften und Eigenheiten, die sie unverkenntlich machen und dafür sorgen, dass man sie direkt ins Herz schließt.

Einziger Kritikpunkt sind die Geschlechterklischees, die sich in der Charakterisierung der Hauptfiguren wiederfinden. Sie sind zwar verständlich vor dem Hintergrund, dass The Hundred and One Dalmatians in den 1950ern geschrieben wurde, allerdings sind sie für heutige Leser überholt und ich könnte mir vorstellen, dass sich einige Leser beim Lesen daran stören, auch wenn das Thema nicht im Vordergrund steht. Im Vordergrund stehen vielmehr die Bereitschaft, einander zu helfen, der Kampf darum, die Hoffnung nicht zu verlieren, und das Glück, Familie und Freunde zu haben. Und diese Themen sind ja auch heute nicht überholt.

The Hundred and One Dalmatians ist ein herzerwärmendes, toll geschriebenes Kinderbuch voll Abenteuer, Zusammenhalt, Hoffnung und Spaß, das meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

4.5/5

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  1. von tintenfaesschen gepostet