The Knife of Never Letting Go (Chaos Walking #1) von Patrick Ness

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Todd ist der letzte Junge in Prentisstown, einem Dorf, in dem ausschließlich Männer leben und jeder die Gedanken der anderen hört. Dieser ‚Lärm’ ist allgegenwärtig und gehört zum Leben im Prentisstown ebenso wie die Tatsache, dass alle Frauen von demselben Virus getötet wurden, der bei den Männern den ‚Lärm’ verursacht hat.  Doch dann entdeckt Todd eine Stelle, an der absolute Stille herrscht – etwas, was nicht sein kann, nach allem was man ihm sein ganzes Leben lang beigebracht hat. Dieses verbotene Wissen verändert Todds Leben. Von einer Sekunde auf die andere muss er vor allem fliehen, was er bisher gekannt hat. Je mehr Todd von der Welt, die Prentisstown umgibt, sieht, desto deutlicher wird, dass alles, was er sein Leben lang glaubte, zu wissen, Lügen waren – Lügen, die dafür sorgen sollten, Geheimnisse zu bewahren. Todd setzt alles daran, die Hauptstadt Haven zu erreichen, doch die Männer von Prentisstown haben nicht vor, ihn ziehen zu lassen.

Ich hab mich ehrlich gesagt nicht wahnsinnig darauf gefreut, The Knife of Never Letting Go zu lesen. Ich hatte zwar ein paar gute Rezensionen bei YouTube gesehen, aber der Klappentext hat mir nie doll zugesagt. Aber dann habe ich es in der Bibliothek gesehen und dachte, ich nehme es mal mit. Und: Oh mein Gott. Was für eine gute Entscheidung. Das Buch ist unglaublich. Ich hätte nie erwartet, dass ich das Buch so sehr lieben würde.

Zuerst einmal bin ich schon seit einer Weile nicht mehr so komplexen und realistischen Charakteren begegnet. Die Geschichte wird aus Todds Sicht erzählt, deshalb erfährt man über ihn am meisten. Todd hat eine Menge Schwächen: Er ist grummelig, stur, oft unsensibel und egozentrisch. Es war eine gute Abwechslung, über ihn und die anderen Charaktere zu lesen, die alle Schwächen haben, falsche Entscheidungen treffen und diese Schwächen und Fehler nicht von heute auf morgen ablegen können. Die Geschichte zeigt außerdem wie schwierig es sein kann, Entscheidungen zu treffen und dass es manchmal einfach keine ‚richtige’ oder ‚falsche’ Entscheidung gibt. Das Leben ist nicht schwarz/weiß und dass wird in diesem Roman wundervoll und realistisch zum Ausdruck gebracht. Todds Entwicklung und die Entwicklung der Freundschaft von Todd und Viola gehören zu meinen liebsten Aspekten. Es ist eine langsame und realistische Entwicklung. Sie streiten miteinander und missverstehen sich, aber nach und nach lernen sie sich wirklich kennen. Und zwar unabhängig davon, ob sie die Gedanken des anderen hören können oder nicht (Viola kann Todds Gedanken hören, Todd aber nicht Violas) Das fand ich wunderschön, zu sehen.

Schreibstil und Handlungsentwicklung waren ebenfalls unglaublich. Mir hat gefallen, dass die Sprache so unsentimental war, aber dennoch fähig, mich voll in den Bann der Geschichte zu ziehen und auch dort zu halten. Ich habe wirklich alles um mich herum vergessen, habe mitgefiebert und alles gefühlt, was Todd gefühlt hat. Das ist mir schon ewig nicht mehr in dem Maße beim Lesen passiert. Die Handlung ist spannend und stellenweise sehr actionreich. Und sie wird immer spannender und aufregender je näher sie sich dem Ende neigt. Es passiert sooo viel und es gibt so viele unvorhergesehene Wendungen. Vielleicht ist das dem einen oder anderem zu viel des Guten, aber ich fand es eine brillante Umsetzung eines der Hauptthemen, nämlich Hoffnung. Und wie gesagt, es hat dafür gesorgt, dass ich nicht aufhören konnte, zu lesen, bis ich das Buch durch hatte.

Um es zusammenfassend noch einmal zu sagen, ich habe The Knife of Never Letting Go geliebt. Es hat alles, was ich mir von einem guten Buch wünsche: tolle Charaktere, eine originelle und spannende Handlung und einen fesselnden Schreibstil, der zur Handlung und den Charakteren passt. Ich war lange nicht mehr so ‘drinnen’ in einer Geschichte. 

5/5

The Knife of Never Letting Go ist der erste Teil der Chaos-Walking-Trilogie. Zum Glück gab es Teil zwei und drei auch in der Bib. Die hab ich mir jetzt auch direkt ausgeliehen. Ich habe das Gefühl, dass die Trilogie in Deutschland nicht so bekannt ist und ich gebe die Schuld daran unter anderem dem furchtbaren deutschen Titel. Ich empfehle, ihn zu ignorieren und es einfach mal mit dem ersten Band zu versuchen. Möglicherweise haut er euch genauso um wie mich.


Die Rezension zu Band zwei findet ihr hier, die Rezension zu Band drei hier.


  1. von tintenfaesschen gepostet